Projekte
Achtung Baustelle:
Neue Betonschutzwand für die A5 bei Bad Homburg

Dezember 2005: Hinter den täglichen Verkehrsmeldungen im Radio verbergen sich oft konkrete Bauprojekte, die den Autofahrern mehr Sicherheit bringen. So wie beispielsweise auf der A 5, wo im November zwischen dem Bad Homburger Kreuz und der Anschlussstelle Friedberg in beiden Richtungen die bisherige Stahlmittelleitplanke durch eine Betonschutzwand ersetzt wurde.
In Frankreich oder Italien ist die aus Amerika stammende Betonschutzwand weit verbreitet. Mit zunehmender Verkehrsdichte werden nun auch in Deutschland vor allem auf stark befahrenen Strecken immer häufiger passive Schutzsysteme zur Verringerung von schweren Unfällen eingesetzt. Schutzwände aus Beton zeichnen sich durch ihre besonders hohe Durchbruchssicherheit aus. Aus diesem Grund findet man sie auch häufig in besonders kritischen Streckenabschnitten, wie beispielsweise in Baustellen mit verengten Fahrbahnen, sowie auf Brücken und zum Schutz von Brückenpfeilern im Fahrbahnbereich.

Betonschutzwände werden mit Gleitschalungsfertigern vor Ort hergestellt oder als Fertigteil versetzt, sie können temporär, bei­spielsweise in Baustellen oder stationär, wie jetzt auch auf der A5, eingesetzt werden.

Der Beton für die neue Betonschutzwand zwischen Bad Homburg und Friedberg wurde von der Wetterauer Lieferbeton geliefert. Ausführendes Bauunternehmen war die Firma Herhof Straßen- und Tiefbau aus Solms-Niederbiel, die insgesamt drei Wochen lang vor Ort war. Mit Gleitschalungsfertigern wurde jeden Tag zwischen 8.30 und 14.30 Uhr in der Autobahnmitte betoniert. Hierfür pendelten jeweils vier Fahrmischer zwischen dem nahen Transport­betonwerk Rosbach-Rodheim und der Baustelle hin und her. Zur Beschleunigung des Baufortschritts wurden an den Samstagen die Einsatzfahrzeuge zusätzlich verdoppelt.
Für die Baustelle wurden insgesamt 2.500 cbm Beton der Fes­tigkeitsklasse C30/37 LP (mit Luftporen) in der steifen Kon­sistenz F1 geliefert. Der Beton musste innerhalb von maximal 45 Minuten nach der Herstellung verarbeitet sein. Daher war es ein großer Vorteil, dass das Herstellwerk in unmittelbarer Nähe der Baustelle liegt. Die Rezeptur des Betons wurde so optimiert, dass er direkt nach Verlassen der Schalung eine ausreichende Grundstandfestigkeit aufwies und ohne aufwändige Nacharbeiten eine geschlossene Oberfläche entstand.

Die Baustelle forderte nicht nur die Konzentration der vor­beifahrenden Autofahrer auf der stark befahrenen, normalerweise sechsspurigen Autobahn. Selbst eine gesperrte Fahrspur wird für die Bauarbeiter ganz schön eng, wenn nebenan dicht an dicht Fahrzeuge mit 80 oder 100 km/h vorbeirasen. Hier heißt es volle Konzentration und die Nerven behalten, vor allem auch beim Ein- und Ausfahren mit den Baustellen- oder Betonmischfahrzeugen auf die linke Spur. Gefragt ist ein gutes Auge und das Gefühl für den richtigen Moment - und der kam ganz schön oft, denn der Beton für den Gleitschalungsfertiger wurde just-in-time angeliefert. Aus einem Mischfahrzeug mit rund 8 cbm Inhalt wurden fortlaufend jeweils rund 20 m der 90 cm hohen Betonschutzwand hergestellt. Abschließend wurden im Abstand von etwa 4 bis 6 m umlaufende Scheinfugen in den Beton geschnitten.


 

 

 

 

 

 

 

 

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