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Spezialbeton für ein Schwergewicht:
Neuer Strahlenbunker für Klinikum Wetzlar


Am Wetzlarer Klinikum wird schwer gebaut - im wahrsten Sinne des Wortes: Hier entsteht ein neuer zweiter Strahlenbunker für einen Linearbeschleuniger zur Strahlenbehandlung bei Tumoren. Fast zwei Meter dicke Wände aus speziellem Schwerbeton sollen verhindern, dass radioaktive Strahlung nach außen dringt.

Rund 500 Kubikmeter Transportbeton stecken in dem 51 Quadratmeter großen Bunker. Die Besonderheit: Auch ein besonderer Strahlenschutzbeton wurde eingesetzt. Dieser wurde mit dem Schwerzuschlag Baryt (Körnung 0-16 Millimeter) hergestellt. Das Mineral Baryt verleiht dem Beton eine höhere Dichte und Gleichmäßigkeit. Dies verstärkt die Eigenschaft, radioaktive Strahlen abzuhalten. Insgesamt 210 Kubikmeter dieses Spezialbetons, der auch bei kerntechnischen Anlagen verwendet wird, wurden verbaut.

Über 130 Stützen mit jeweils einer Stützlast von je drei Tonnen sorgten während der Betonage der Decken dafür, dass das enorme Gewicht des Spezialbetons gehalten werden konnte. Doch nicht nur die Decken und Wände sind Schwergewichte. Alleine die Eingangstür des Strahlenbunkers wiegt nach der Betonage etwa 26, 5 Tonnen.

"Die hohe Last des Betons aufgrund des Baryt-Schwerzuschlags war eine besondere Herausforderung für uns", sagt Christian Martens von der Wetterauer Lieferbeton GmbH & Co. KG. "Die Beschickung des Zuschlages in der Mischanlage erfolgte über einen Elevator mit Becherwerk. Damit aufgrund des fast doppelt so hohen Zuschlaggewichtes keine Schäden am Beschicker entstehen, musste der Mischmeister mit besonderer Sorgfalt arbeiten. Aufgrund der hohen Rohdichte des Betons wurden die Fahrmischer deshalb auch nur mit maximal fünf Kubikmetern Ladevolumen zur Baustelle geschickt. Ferner wurde die Pumpfähigkeit der Betonrezeptur unter anderem mit Hilfe eines PCE-Hochleistungsfließmittels sowie durch Erhöhung des Bindemittelgehaltes optimiert", ergänzt Martens.

Die Druckfestigkeit des Strahlenschutzbetons beträgt C25/30. Aufgrund der Wanddicke von fast zwei Metern entschied sich die bauausführende Firma einen Zement CEM III/A 32,5 L einzusetzen. CEM III/A-Zemente zeichnen sich im Vergleich zu traditionellem Portlandzement durch eine geringere Hydratationswärmeentwicklung bei gleicher Festigkeitsklasse aus - was insbesondere bei den rund zwei Meter dicken Wänden von Vorteil ist. Übliche Wände im Standardwohnungsbau sind in der Regel nur etwa 24 oder 30 Zentimeter stark. Ein weiterer Vorteil des Zementes: Das Spannungs- und Rissrisiko bei Betonen mit CEM III- Zementen verringert sich deutlich. Gleichzeitig wurde auf dieser Baustelle das Risiko für eine Rissbildung durch eine parallele Verarbeitung von Normalbeton und Schwerbeton - und das frisch in frisch - vermieden.

Bis Ende dieses Jahres soll der neue Strahlenbunker in Betrieb genommen werden.

Bautafel:
Generalunternehmer: Carl Schumacher GmbH, Wolfenbüttel
Rohbauer: Fa. Ernst Weber GmbH & Co. KG Hoch- und Tiefbau, Hüttenberg
Beton: Wetterauer Lieferbeton GmbH & Co. KG


 

 

 

 

 

 

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